Eine Welt der Geister

Hallo ihr Lieben… leider hab ich hier lange nichts neues geschrieben und das hatte auch einen Grund. Ich hab drei Wochen lang die Grippe in mir gehabt und andere Sorgen als zu bloggen. Aber jetzt ist es wieder gut und ich hab hier mal den ersten Entwurf des erste Kapitels eines Manuskriptes für Euch eingestellt, das ich vor Monaten mal angefangen hab zu schreiben. Es ist der erste Teil einer Fantasy Trilogie…naja eine Idee dazu. Gerne würde ich auch Eure Meinungen dazu lesen, ob ich dies weiter entwickeln sollte ober ob es totaler Mist ist. Worum es geht werdet ihr Euch gleich selbst ein Bild machen können. Mehr sag ich dazu jetzt auch nicht. Viel Spaß…

1

Die Erde brach auseinander. Mitternacht. Geisterstunde. Dreck wühlte sich nach oben und türmte sich auf, bis eine bleiche Hand ruckartig hindurchgriff. Dann noch eine. Zusammen schoben sie die aufgeschüttete Erde beiseite um dem restlichen Körper die Freiheit zu geben.

Es war gerade 9 Stunden her das Serafina im Alter von 24 Jahren beerdigt wurde. Die Ärzte konnten sich keinen Reim daraus machen wieso eine so junge Frau an Herzversagen starb. Aber so war es. Und jetzt erhob sich diese junge Frau mit dem kreidebleichen Gesicht mit einem Schrecken aus ihrem eigenen Grab. Sie schoss hoch durch die Erde als wäre sie aus einem Albtraum erwacht und saß nun da…im Dreck. Ihren tief-dunklen Augen sah man den Schock an, der sich selbst fragte was gerade geschehen war. Sie selbst fragte sich wo sie nun war und sah an sich hinab wo sie nur ein verdrecktes Leichenhemd an sich selbst vorfand. Knochige und bleiche Finger brachten sie wieder dazu sich zu erschrecken. Ihr langes schwarzes Haar war derart zerzaust durcheinander, als hätte sie eine Woche lang ununterbrochen Sex gehabt.

»Was…ist passiert?«, fragte sie sich selbst findend.

»Du bist gestorben!«, antwortete eine männliche Stimme, eine angenehme. Serafina erschrak schon wieder und suchte nach ihr. Zum ersten Mal sah sie nun das sie sich auf einem Friedhof befand. Überall lagen hunderte Gräber um sie herum platziert. Grabsteine, Kreuze und Gruften. Es hätte nicht gruseliger sein können. Und direkt vor ihr, nur ein paar Meter entfernt, stand ein junger Mann – gelangweilt an eine Gruft gelehnt.

»Na…bist endlich wach?«

»Was…« Serafina begriff immer noch nichts.

»Na los komm schon, steh auf! Ich hab nicht die ganze Nacht Zeit.«, meinte er genervt.

Langsam und mit klapprigen Beinen stand sie nun auf, als wäre sie gerade erst geboren worden. Aus ihrem Grab gestiegen sah sie sich dieses genauer an und entdeckte nun ihren eigenen Grabstein:

Serafina Goodnight

Geboren: 17.Juni 2134

Gestorben: 31.Oktober 2158

Geliebte Tochter und Ehefrau

Der junge Mann kam nun näher und stellte sich mit verschränkten Armen neben der jungen Frau, der eine Träne hinab lief.

»Ich bin gestorben?«

»Sieht wohl so aus oder?«

»Aber ich lebe doch oder?«, fragte sie ihn verwirrt.

»Nein tust du nicht. Du bist tot. Willkommen im Leben nach dem Tod. Frag nicht weiter, es wird dir schon noch alles erklärt. Jetzt kommst du erstmal mit mir, komm. Ich find’s hier immer so schauerhaft.«, meinte er und ging mit ihr nun den Weg Richtung Ausgang entlang.

»Dies ist das Leben nach dem Tod? Also bin ich…untot?« Er stoppte und zog zornig an ihrem Arm.

»Ja du bist untot, genau wie ich auch. Und nein, du bist kein Vampir! Jetzt komm endlich mit oder ich trage dich! Ich hab keine Zeit und überhaupt keine Lust dir hier jetzt alles zu erklären, das ist auch gar nicht mein Job. Also sei still und komm mit! Hast du mich verstanden?«

Eingeschüchtert nickte sie. Was sollte das? Eigentlich nicht fair sie so zu behandeln, nachdem sie verwirrt in einem Grab aufgewacht war und einfach nur zu recht wissen wollte was hier los war. Aber sie fügte sich ihm mit dem Gedanken schon bald noch eine Erklärung für das alles zu bekommen.

An seiner Seite verließen sie beide nun den Friedhof und stiegen einen schmalen Schotterweg hinauf, der zu einer alten mittelalterlichen Burg führte, die gruselig auf einem Hügel stand. Serafina lagen so viele Fragen auf der Zunge, doch hütete sie sich sie jetzt zu stellen. Ihr war überhaupt nicht wohl zumute…hier mitten in der Nacht, ein Friedhof und eine Burg die aussah als gehörte sie Graf Dracula persönlich. Ihr Leben lang hatte sie sich immer vor so etwas gefürchtet. Und jetzt würde sie selbst umher spuken.

Noch einen Schritt und sie standen nun direkt vor der großen Pforte, umringt von dunkelgrauen Mauern die derart erbarmungslos auf sie herab schauten das sie große Angst bekam. Sie waren so hoch das sie nicht erkennen konnte was sich dahinter verbarg. Links und rechts neben dem Tor gab es nur jeweils ein glasloses Fenster in gotischem Stil. Und alles zusammen sah es aus wie ein Horror-Gesicht das nur darauf wartete sie zu verschlingen.

Dann krachte es kurz und mit einem endlos langgezogenen Knarzen öffnete sich die hölzerne Pforte nach innen wo Dunkelheit herrschte.

»Komm.«, sagte der junge Mann nur und ging voran. Serafina folgte ihm nur widerwillig in die Burg, wo sie von einem alten klapprigen Greis mit einer zerrissenen Livree und einer Laterne in Empfang genommen wurden.

»Ahh, eine Neue…und noch so jung und zart, noch gar nicht verwest. Wie schön…«, stammelte dieser mit zittrig-jubelnder Stimme.

»Alfred halt die Klappe und bring uns hoch!«, verlangte der junge Mann respektlos.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren führte der alte Mann die beiden nun eine breite steinerne Treppe hinauf, bis sie vor einer weiteren Tür standen, die mit Spinnenweben umhangen war. Diese öffnete sich auch von selbst. Serafina starrte nun in einen langen Raum, den hunderte von verschiedenen Kerzen ausleuchteten. Dieser Raum war so lang, das sie das andere Ende kaum erkennen konnte.

»Du musst hinein gehen, bis zum Ende. Da wirst du deine Antworten erhalten.«

»Okay.«, sagte sie nur und beachtete den jungen Mann nicht weiter, obwohl sie sich jetzt schon fragte wieso eigentlich nicht. Er schien in ihrem Alter zu sein und hässlich war er auch nicht gerade. Für einen Untoten. Aber Serafina riss sich zusammen und betrat den endlos langen Raum. Die Tür schloss sich hinter ihr wieder…was höllisch laut durch die Räumlichkeit hallte.

Sie schlich geradeaus über einen roten mit Gold verzierten Teppich, der allerdings mal abgesaugt werden sollte, auf einen breiten Tisch zu, der sich am anderen Ende befand. Währenddessen blickte sie immer wieder nach links und rechts wo sie ein Wand-hohes Gemälde nach dem anderen vorfand. Sie waren furchteinflößend und gruselig. Auf ihnen waren ausschließlich Männer abgebildet. Teilweise mit ausgebrannten Gesichtern, einige hatten dort nur noch einen Schädel und alle anderen schienen ihr bösartig hinterher zu schauen.

Was zur Hölle ist hier los? Ich muss träumen. Ja es muss ein Albtraum sein und gleich werde ich aufwachen, dachte sie sich. Von wegen.

Endlich erreichte sie den breiten Schreibtisch, hinter dem ein fast genauso breiter Mann mit Federkiel und Pergament saß. Sie fühlte sich hier um einige Jahrhunderte in die Zeit zurückversetzt. Es dauerte eine ganze Weile bis der Mann schließlich zu ihr hinauf sah.

»Serafina Goodnight?«, fragte er mit einer dumpfen Stimme und sabberte dabei etwas.

»J…ja? Das bin ich.«, stammelte sie.

»Das weiß ich! Gut, hör zu: Du bist gestorben wie du weißt und nun wieder auferstanden. Aber bist du nicht wieder am Leben. Bist untot. Und nein, das ist kein Traum. Es ist die traurige Wirklichkeit, aber du wirst schon bald alles begriffen haben. Also…ich bin Danbright Mullons, der Verwalter des Friedhofs in Bezirk 5. Ich werde dir jetzt eine Nummer geben mit der du dich internal City meldest. Michael bringt dich hin. Dort wird dir eine Wohnung zugeteilt, auch wirst du geprüft welcher Aufgabe du dich in Zukunft widmen wirst.«, beschloss der Mann und kritzelte auf einem Pergament herum. Serafina fühlte sich nach diesem Vortrag irgendwie gefangen. Es klang alles fast wie ein Befehl. Für sie schien es als sei sie in der Hölle angekommen und würde nun ins Fegefeuer geführt werden.

»Hier. Und nun geh. Michael bringt dich in die Stadt.«, sagte Mullons noch und übergab ihr den Zettel auf der nur eine achtstellige Nummer sowie seine Unterschrift stand. Aber Serafina konnte noch nicht gehen ohne noch wenigstens eine einzige Frage zu stellen: »Sagen sie mir bitte…wenn ich untot bin, was genau bin ich dann?« Mullons sah zu ihr hinauf und gab ihr nur eine kurze Antwort mit der sie sich zufrieden geben musste, bevor sie sich umdrehte und den Raum wieder verließ. »Du bist nun ein Geist. Willkommen in der Welt der Geister.«

Draußen vor der Tür nahm der junge Mann namens Michael sie wieder in Empfang.

»Hast du deine Antworten bekommen?«, fragte er nicht sonderlich interessiert.

»Nein, das heißt auch ja. Ich hab nur noch mehr Fragen.«

»Ja das ist normal. Ist immer so wenn jemand neues aufwacht. Wie du gerade erfahren hast, bring ich dich jetzt in die Stadt zum Zuteile. Ich bin Michael, wie du auch schon weißt.«

»Ja. Hallo Michael.«, lächelte Serafina zum ersten Mal wieder seit ihrem Tod. Aber Michael blieb unbeeindruckt und führte sie durch etliche Gänge hinter die Burg, wo auf einer breiten Terrasse ein merkwürdiges Gefährt bereit stand. Es sah aus wie ein uralter Straßenbahnwaggon, hatte aber die Größe eines Vans. Vorn saß jemand uniformiertes am Steuer. Michael trat vor und wollte schon einsteigen als Serafina zögerte.

»Sag Michael…bin ich wirklich ein Geist?«

»Das sind wir alle.«, meinte er nur als er wieder zu ihr zurück ging.

»Aber, ich meine ich bin doch echt. Ich hab doch einen Körper.« Sie wirkte verwirrt.

»Du meinst du müsstest eigentlich durchsichtig sein? Das sind wir auch, wenn wir es wollen…« Daraufhin ging er einen Schritt zurück, strengte sich irgendwie an und verwandelte sich in eine durchsichtig-blauscheinende Gestalt mit einem skelettigen Kern.

Serafina schreckte zurück.

»Du brauchst keine Angst haben. Das kannst du auch, wenn du es erstmal trainiert hast. Und jetzt komm.«, erklärte er nachdem er sich wieder zurück verwandelt hatte.

Nach ihm stieg sie nun auch in das Transportmittel ein, allerdings sah sie Michael nun ganz anders an. Sie fürchtete sich. Aber sollte sie nun auch tatsächlich solch eine Gestalt sein? Fragen über Fragen durchzogen sie, als sich die Tür schloss und sich das innerlich hochmoderne Gefährt nun in die Lüfte erhob… und davon schwebte.

Das war nun das erste Kapitel von „Geisterwelt“. Hat es Euch gefallen? Wollt ihr mehr? Oder denkt ihr „Was ein Quatsch“ ?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: